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Bericht

23. Juli 2026

Erneuerbare Kraftstoffe bleiben für Europas Verkehrswende unverzichtbar


Eine aktuelle Concawe-Studie untersucht, wie sich das europäische „Fit for 55“-Paket auf den Energiebedarf des Verkehrssektors bis 2050 auswirken könnte. Die zentrale Erkenntnis: Die Elektrifizierung leistet einen wichtigen Beitrag zur Emissionsreduktion, wird aber allein nicht ausreichen, um die europäischen Klimaziele im Verkehr zu erreichen. Nachhaltige Biokraftstoffe und andere erneuerbare Kraftstoffe bleiben daher unverzichtbar.

 

RED-III-Ziel wird nicht automatisch erreicht

Die Studie berücksichtigt den Straßenverkehr ebenso wie Luftfahrt, Schifffahrt, Schienenverkehr und Offroad-Anwendungen. Modelliert werden zwei mögliche Entwicklungspfade, die sich unter anderem bei der Verkehrsnachfrage, der Erneuerung der Fahrzeugflotte und dem Hochlauf elektrischer Antriebe unterscheiden.

Besonders deutlich wird der Handlungsbedarf beim Blick auf das Jahr 2030: Die Einhaltung der CO₂-Flottengrenzwerte für Pkw, leichte Nutzfahrzeuge und Lkw sowie der Vorgaben aus ReFuelEU Aviation und FuelEU Maritime reicht laut Studie nicht aus, um gleichzeitig das Ziel der Erneuerbare-Energien-Richtlinie RED III zu erfüllen.

Im untersuchten Basisszenario wird unter Anwendung der vorgesehenen Multiplikatoren ein erneuerbarer Energieanteil von 22,8 Prozent erreicht. Dem steht im Modell ein angepasstes Ziel von 26,5 Prozent gegenüber. Es verbleibt somit eine Lücke von 3,7 Prozentpunkten.

 

Auch zusätzliche Elektrofahrzeuge ersetzen erneuerbare Kraftstoffe nicht

Eines der untersuchten Szenarien geht von rund einer Million zusätzlichen batterieelektrischen Pkw im Jahr 2030 aus (zusätzlich zu einem bereits angenommenen Bestand von 29 Millionen Fahrzeugen). Doch selbst dieser beschleunigte Hochlauf reicht nicht aus, um das RED-III-Ziel allein durch mehr Elektrifizierung zu erreichen.

Auch in diesem Szenario werden weiterhin rund 20,8 Millionen Tonnen anrechenbarer Biokraftstoffe sowie 5,5 Millionen Tonnen an erneuerbaren Kraftstoffen nicht biogenen Ursprungs benötigt. Die Studie macht damit deutlich: Elektrifizierung und erneuerbare Kraftstoffe sind keine Gegensätze, sondern müssen gemeinsam zur Zielerreichung beitragen: Stichwort Technologieoffenheit.

 

Flüssige Kraftstoffe bleiben 2030 bestimmend

Die Geschwindigkeit des Flottenwechsels ist dabei ein entscheidender Faktor. Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor bleiben noch viele Jahre Teil des europäischen Fahrzeugbestands. Im Jahr 2030 entfallen im Modell weiterhin rund 84,5 Prozent des gesamten Energiebedarfs im Verkehr auf fossile Kraftstoffe wie Diesel, Benzin, Kerosin, Schweröl und Erdgas.

Gerade für diesen bestehenden Fahrzeugbestand bieten nachhaltige Biokraftstoffe eine unmittelbar verfügbare Möglichkeit, fossile Kraftstoffe zu ersetzen und Emissionen zu reduzieren, ohne darauf warten zu müssen, dass sämtliche Fahrzeuge und Infrastrukturen ausgetauscht werden.

 

Stark steigender Bedarf in Luftfahrt und Schifffahrt

Langfristig gewinnt der Einsatz erneuerbarer Kraftstoffe vor allem in schwer elektrifizierbaren Bereichen an Bedeutung. Allein aus den Vorgaben von ReFuelEU Aviation und FuelEU Maritime ergibt sich laut Studie für das Jahr 2050 ein Bedarf von 47 bis 67 Millionen Tonnen an fortschrittlichen Biokraftstoffen. Hinzu kommen 39 bis 58 Millionen Tonnen an erneuerbaren Kraftstoffen nicht biogenen Ursprungs.

Gleichzeitig könnte der gesamte Energiebedarf des Verkehrs zwischen 2019 und 2050 durch effizientere Antriebe um 18 bis 39 Prozent sinken. Die verbleibende Nachfrage muss jedoch zunehmend durch erneuerbare Energieträger gedeckt werden.

 

Technologieoffenheit statt einseitiger Lösungswege

Insbesondere der rasche Hochlauf bereits verfügbarer Lösungen, beispielsweise durch höhere Beimischungen nachhaltiger Biokraftstoffe, kann kurzfristig zusätzliche Emissionsminderungen im bestehenden Fahrzeugbestand ermöglichen. Dafür braucht es verlässliche politische Rahmenbedingungen, ambitionierte nationale Umsetzungen der RED III und ausreichende Investitionssicherheit für den Ausbau europäischer Produktionskapazitäten.



Hier geht's zum Bericht: https://www.concawe.eu/publications/


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