Konferenz
28. November 2025
Rückblick: Das war der 2. B+ Summit 2025 in Wien

Am 1. und 2. Oktober 2025 fand der 2. European B+ Summit in Wien statt – ein hochkarätiges Event für Expertinnen und Experten aus Politik, Industrie, Wissenschaft und Verbänden, die gemeinsam den Weg zur Beschleunigung der Energiewende im Verkehrssektor diskutierten. Veranstaltet wurde der Kongress vom „European Biodiesel Board (EBB)“ und der „European Waste-based & Advanced Biofuels Association (EWABA).
Eröffnet wurde der 2. B+ Summit von EWABA Präsident und PEK-Vorstandsmitglied Ewald-Marco Münzer gemeinsam mit Dickon Posnett, Präsident des EBB. Ein zentrales Thema der Eröffnung war der Vertrauensverlust in die Branche aufgrund von falsch deklarierten Importen und Betrugsfällen in Zusammenhang mit HVO. Diese hatten in den vergangenen Jahren nicht nur Milliardenverluste, sondern auch erheblichen Reputationsschaden verursacht. Die klare Botschaft des Gipfels: Das waren keine Biokraftstoff-Skandale, das waren Handelsskandale.
Der B+ Summit 2025 stand ganz im Zeichen höherer Beimischungen (Higher Blends) und ihre Schlüsselrolle für eine dekabonisierte Mobilität in Europa. In zwei intensiven Konferenztagen spannte das Programm einen weiten Bogen. Von politischen Weichenstellungen über technologische Entwicklungen bis hin zu praktischen Erfolgsbeispielen aus unterschiedlichen Ländern und der Industrie.
Am ersten Tag lag der Fokus auf der Dekarbonisierung des Schwerlast und Güterverkehrs durch höhere Biodiesel Anteile. Praxisberichte aus Großbritannien, Portugal und Argentinien machten deutlich, dass Beimischungen wie B20 oder HVO100 längst Realität sind und bereits erfolgreich im Flottenbetrieb eingesetzt werden. Diskutiert wurde, wie technische Normen, Marktmechanismen und politische Rahmenbedingungen künftig zusammenspielen müssen, um den europäischen Markthochlauf zu beschleunigen.
Der zweite Konferenztag rückte die regulatorischen und politischen Voraussetzungen in den Mittelpunkt. Nach einer Keynote des Sondergesandten für Klimawandel der italienischen Regierung folgten Beiträge zur RED III-Umsetzung, zur Zukunft des Verbrennungsmotors und eine vertiefende Paneldiskussion zu den neuen CO₂-Emissionsstandards für Nutzfahrzeuge. Besonders aufschlussreich war die Diskussion aus der Flottenperspektive, die zeigte, wie Unternehmen bereits heute auf nachhaltige Kraftstofflösungen setzen, um ihre Emissionsziele zu erreichen. Abgerundet wurde der Tag durch ein Fallbeispiel aus dem Vereinigten Königreich zur Ausweitung von High-Blend-Biodiesel im Schwerlastverkehr sowie Ergebnisse der „Tour d’Europe“.
Die zentrale Forderung ist klar: eine einheitliche Einführung von B10 in ganz Europa. Einige europäische Länder machen bereits vor, dass 10% Biodieselanteil umsetzbar ist - denn die Technologie ist vorhanden, die Bereitschaft der Biodieselbranche groß und die Wirkung überzeugt. Nun ist die Politik gefragt, die nächsten Schritte hin zu einer Dekarbonisierung des Verkehrssektors zu setzen.















